Mit der Berliner Mauer – um genau zu sein, mit der East Side Gallery als eines der bekanntesten und symbolträchtigsten Wahrzeichen unserer Stadt – gehen wir in unsere 8. Projektrunde denkmal aktiv.
Als dauerhafte Open-Air-Galerie bekannt, befindet sich die East Side Gallery auf dem längsten noch erhaltenen Teilstück der Berliner Mauer in der Mühlenstraße zwischen dem Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke entlang der Spree. Die eigentliche Grenze zwischen Ost- und Westberlin bildete an dieser Stelle das Kreuzberger Ufer der Spree. Die Galerie befindet sich an der so genannten Hinterlandmauer, die das Grenzgebiet nach Ost-Berlin hin abschloss.
Nach Öffnung der Grenze wurde das Projekt Berliner Mauer im Februar 1990 offiziell gegründet. Über 100 internationale Künstler und Künstlerinnen bemalten die einzelnen Abschnitte der Mauer als Zeichen des Mauerfalls und der Hoffnung auf Freiheit und Einheit. Seitdem wurden mehrmals die Mauer sowie die Kunstwerke saniert, da Witterungseinflüsse, „Mauerspechte“ und Graffiti sie beschädigten. Durchbrüche ermöglichen urbane Erweiterungen.
Doch wie geht man mit diesen Einflüssen und Veränderungen um? Sind sie denkmalkonform? Welche Möglichkeiten zum Schutz des Denkmals gibt es? Inwiefern ist eine Einhausung möglich und sinnvoll?
In mehreren Projektabschnitten widmen wir uns den verschiedenen Fragen und dokumentieren unsere Auseinandersetzung damit auf unterschiedliche Weise. Insbesondere unterstützen uns dabei Anja Bellmann, Gedenkstätte Berliner Mauer – Historisch-politische Bildung, und Anna von Arnim- Rosenthal, Gedenkstätte Berliner Mauer – East Side Gallery.
Erste Begehung
Am 4.11.2025 unternahm die Klasse 10.3 im Rahmen des Projektes Denkmal Aktiv eine Exkursion zur Berliner Mauer an der East-Side Gallery, um mehr über die Zeit vor dem Mauerfall herauszufinden. Dort erwartete uns eine Führung entlang der Spree auf der Ost-Seite, die sich durch die zahlreichen Neubauten stark verändert hat.
Die heutige Parkfläche am Spreeufer diente früher als Grenzstreifen, von dem aus kontrolliert wurde, dass niemand die DDR verließ. Unsere Rundgangsleiterin erzählte uns, dass damals Kinder, die auf der Westseite in die Spree gefallen waren, aus Angst vor den Grenzsoldaten nicht gerettet wurden.
Die 1,3km langen Überreste der Mauer an der East Side Galery wurden nach dem Mauerfall zu einer riesigen Freiluft-Kunstgalerie. Jedoch darf dort nicht jeder sondern nur Künstler deren Idee vorher genehmigt wurde. Die meisten Mauermalereien entstanden um das Jahr 1990, also kurz nach dem Mauerfall, und stehen mittlerweile unter Denkmalschutz.
Leider sind viele dieser Kunstwerke immer wieder Ziel von Vandalismus mit politischem Hintergrund. So ist uns während des Rundgangs aufgefallen, dass ein Mann angefangen hatte von der Flagge welche aus einer Mischung der Deutschland Flagge und Israel Flagge den Davidstern zu entfernen. Im folgenden hat unsere Leiterin eine Kollegin verständigt welche die Polizei Anruf und zum Tatort ging. Der Täter begann Fahrerflucht auf einem E‑Roller.
Emilio, 10–3
Exkursion Museum in der Kulturbrauerei – Haus der Geschichte
Am Mittwoch, den 15. Oktober, machte die Klasse 10–3 einen besonderen Ausflug. Geplant waren ein Besuch im Museum in der Kulturbrauerei und anschließend in der Gedenkstätte Berliner Mauer. Zu Beginn besuchten wir das Museum in der Kulturbrauerei, wo wir an einer interessanten Führung durch die Ausstellung teilnahmen. Damit alle die Führerin gut verstehen konnten, erhielten alle Schülerinnen und Schüler Kopfhörer, über die ihre Stimme zu hören war. Während der Führung bekamen wir außerdem ein Heft mit verschiedenen Themenbereichen, darunter Wirtschaft, Mode und Schulzeit in der DDR. In Zweiergruppen bearbeiteten wir dazu passende Aufgaben und stellten unsere Ergebnisse anschließend der Klasse vor. Dadurch wurde die Führung nicht nur spannender, sondern auch interaktiver, weil jeder etwas beitragen konnte. Nach einer kurzen Pause machte sich die Klasse 10–3 auf den Weg zur Gedenkstätte Berliner Mauer. Dort führte die Leiterin uns über das Gelände und erzählte, wie es früher an der Mauer aussah und wie die Menschen damals lebten. Immer wieder stellte sie Fragen, um die Schülerinnen und Schüler aktiv einzubeziehen. Zum Abschluss trafen wir den Zeitzeugen Jörg Hildebrandt, der von seiner Kindheit und seinem Leben in der DDR erzählte und somit deutlich machte , wie das Leben damals wirklich war. Der Ausflug war für uns eine tolle und lehrreiche Erfahrung. Durch die Führungen und das Gespräch mit dem Zeitzeugen konnten alle viel über das Leben in der DDR und die Geschichte der Berliner Mauer lernen. Besonders schön war, dass der Tag abwechslungsreich gestaltet war und man Geschichte einmal hautnah erleben konnte.
Mohamed, 10–3