Wie hängen Armut und Reichtum zusammen? Wer profitiert vom bestehenden Wirtschaftssystem – und wer nicht? Und was hat das alles mit unserem eigenen Alltag zu tun? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich unsere Schüler:innen beim diesjährigen Projekttag „Klassensache – ein Projekttag zu Armut und Reichtum“.
In zahlreichen Workshops, Exkursionen und kreativen Projekten näherten sich die Teilnehmer:innen dem Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln – historisch, politisch, wirtschaftlich, kulturell und persönlich.
Kontrovers diskutiert wurde in Workshops wie „Vermögenssteuer: Ja oder Nein?“, „Kapitalismus – Fair Play?“ oder „Gefährdet extremer Reichtum die Demokratie?“. Hier entwickelten die Schüler:innen Argumente, analysierten wirtschaftliche Zusammenhänge und hinterfragten bestehende Machtverhältnisse. Die Frage nach globaler Verantwortung stellte sich unter anderem im Workshop „Moderne Sklaverei in Dubai“, in dem am Beispiel von Dubai Arbeitsbedingungen und Ausbeutungsstrukturen thematisiert wurden.
Es wurde jedoch nicht nur diskutiert, sondern auch kreativ gearbeitet: Eine Gruppe näherte sich im Maxim-Gorki-Theater mit theaterpädagogischen Methoden dem Stück „Berlin Oranienplatz“. Im Kunstraum entstanden Schrift-Kunstwerke zum Buch „Mama, bitte lern Deutsch“. In Zusammenarbeit mit der Hertzfabrik konnten die Schüler:innen zudem Siebdrucktechniken erlernen – und dabei gleichzeitig mehr über globale Lieferketten in der Textilindustrie erfahren.
Trotz winterlicher Temperaturen wagten sich einige Gruppen auch hinaus in die Stadt: Sie besuchten die Berliner Stadtmission am Zoo, ließen sich von einer ehemals obdachlosen Person in Berlin-Mitte ihre Perspektive auf das Leben auf der Straße schildern und setzten sich bei einer Stadtführung durch Kreuzberg mit Fragen sozialer Gerechtigkeit, steigender Mieten und bezahlbaren Wohnraums auseinander.
Der Projekttag hat eindrucksvoll gezeigt: Armut und Reichtum sind keine abstrakten Begriffe, sondern prägen Gesellschaften – und auch unseren Schulalltag. Die Vielfalt der Workshops ermöglichte es den Schüler:innen, sich kritisch, kreativ und engagiert mit einem der zentralen Themen unserer Zeit auseinanderzusetzen und eigene Standpunkte zu entwickeln.
Wir danken allen Lehrkräften, Referent:innen und externen Partner:innen, die diesen Tag möglich gemacht haben. Ein besonderes Dankeschön geht an alle Schüler:innen, die den Projekttag mit großem Engagement mitgeplant und eigene Workshops angeboten haben: Yanis Schmitter (9–2), Felix Richert (9–1), Enno Giesel (9–1), Sofiia Tazhkenova (9–2), Josephine Deutscher (10–2), Jules Etchepare (10–2), Aleksa Corovic (10–2), Bao Bao Liao (10–2), Johanna Britz (10–3), Oyu Gelegjamts (10–3), Anneka Vierle (10–3), Nils Brenner (11), Luuk Büttner (11), Oskar Schories (11), Finn Kirschning (11), Linus Lütgens (11), An Nguyen (12), Timofej Lozovskij (12), Markus Vorwerk (12), Livia Lenz (12), Larissa Baar (12) und Marzellus Quoll (12).
Ausführliche Einblicke bietet der Hertz-Podcast „HertzInFakt“, der den Projekttag intensiv begleitet und viele Stimmen sowie Eindrücke eingefangen hat.